zur Wissenschaft im Dialog Homepage zur Wissenschaft debattieren Startseite
 

 

Bereich Produkte: Ziele, Einsparpotenziale und Empfehlungen


Der Energieverbrauch bei Produkten wurde unter zwei verschiedenen Aspekten betrachtet, für die getrennt nach Empfehlungen gesucht wurde.

Zum einen ging es um den Einsatz von Energieträgern als Rohstoff im nichtenergetischen Verbrauch bei der Herstellung von Kunststoffen, Düngemitteln, Pharmazeutika und Reinigungsmitteln.

Zum anderen wurde der Energieverbrauch elektrischer Haushaltsgeräte betrachtet. Hierbei wurde neben dem Verbrauch aus der Nutzung der Geräte unter ganzheitlichen Gesichtspunkten auch der Energieverbrauch bei der Herstellung, der Verteilung und der Entsorgung der Produkte besprochen. Darüber hinaus wurden ergänzend auch andere Umweltaspekte (Verbrauch von Ressourcen, Schadstoffe und Entsorgung) im Sinne einer Ökobilanz in die Diskussion und ansatzweise in die Empfehlungen einbezogen.

Ziele

Beim nichtenergetischen Verbrauch:

  • Öl und Erdgas werden zum großen Teil durch Biostoffe und Kohle ersetzt.
  • Die Wiederverwertung der Produkte soll drastisch erhöht sein.

Beim Energieverbrauch elektrischer Geräte im Haushalt

  • Bewusstseins-/Verhaltensänderung bei den Verbrauchern: Energie sparen und ggf. verzichten
  • Verringerter Energieverbrauch bei Nutzung der Produkte durch technische Innovation

 

 

Einsparpotenziale

  • Umfassende, übersichtliche und transparente Informationen über Energieverbrauch (und weitere Umweltverträglichkeit) der Geräte
  • Intelligente Steuerung des Energieverbrauchs entsprechend des Energieangebots
  • Energieeinsparungen durch technologische Verbesserung der Geräte: Optimierung der Produkte über den gesamten Lebenszyklus (Herstellung, Nutzung bis zur Wiederverwertung und Wiederverwendung der Produkte)
  • Die Wiederverwertung und Wiederverwendung der Produkte drastisch erhöhen, Materialeinsatz der Produkte verringern, Lebensdauer verlängern, Erleichterung der Weiter- und Wiederverwendung durch modularen Aufbau
  • Modularer Aufbau von Geräten: Aufbau, Ausbau und Recyclingfähigkeit wird erleichtert

 

Empfehlungen

Empfehlungen für den nichtenergetischen Verbrauch

  • Die Forschung soll verstärkt Alternativen zum Einsatz von Erdöl und Erdgas als Rohstoff in Produkten suchen. Diese sollen möglichst schnell von der Industrie in marktfähige Produkte umgesetzt und vertrieben werden. Hier ist in erster Linie an Biostoffe zu denken. Da häufig Konkurrenz zum Einsatz der Biostoffe bei der Stromerzeugung und der Wärmegewinnung sowie als Treibstoff bestehen wird, empfehlen wir, Biostoffe nur soweit für andere Zwecke einzusetzen, als kein Mangel bei der Herstellung von Produkten besteht.
  • Vor allem ist die Forschung in Kohle als Rohstoffersatz zu verstärken. Kohle ist noch in ausreichendem Maß verfügbar. Die Vorräte verteilen sich auf mehrere Länder. Der Einsatz der Alternativen sollte bis 2050 in nennenswertem Umfang möglich sein. Kohle führt allerdings zu verstärktem CO2-Ausstoß. Es ist verstärkt zu untersuchen, ob es CO2-freie Alternativen gibt.
  • Die Wiederverwertung der aus Öl gewonnenen Kunststoffe als Rohstoff soll weiterhin deutlich verbessert werden. Der Einsatz von Öl zur Stromgewinnung soll deutlich vermindert werden. Dies richtet sich an Forschung und Industrie. Die Politik wird aufgefordert, Kontrollen zu verstärken, so dass wieder verwendbare Stoffe nicht im Ausland entsorgt werden.

Empfehlungen für den Energieverbrauch elektrischer Geräte im Haushalt

An die Politik

  • Ab sofort sollen Informationskampagnen ausgeweitet und intensiviert werden, um die Verbraucher für das Energiesparen zu sensibilisieren, um ein effizienteres Verbrauchsverhalten der Nutzer zu fördern.
  • Für Produkte sollen Ökobilanzen vorgeschrieben werden, in denen der Energie- und Ressourcenverbrauch von der Gewinnung über den Einsatz bei der Produktion, der Distribution, der Nutzung bzw. dem Verbrauch bis hin zur Entsorgung der Produkte zusammengestellt wird.
  • Ein etabliertes Netz von unabhängigen Institutionen soll eingerichtet werden, welche die Ökobilanzen der Produkte bewerten und die Ergebnisse glaubwürdig an die Verbraucher kommunizieren.
  • Ebenso sollen alle Produkte mit einem qualitativ gesicherten Gütesiegel versehen werden, die den Verbrauchern einfach und schnell einen Vergleich des Energieverbrauchs und der Umweltverträglichkeit ermöglichen.
  • Bis 2020 soll in den Haushalten der Energieverbrauch für alle Geräte transparent sein und übersichtlich gestaltet sein. Der Verbraucher soll die Möglichkeit haben, sich schnell und einfach anhand relativ einfacher Gütesiegel zum Energieverbrauch zu informieren und detaillierte Informationen in Form einer Ökobilanz einsehen zu können.
  • Ab sofort ist die Einhaltung der Gesetze für die Entsorgung besser zu kontrollieren. Das gilt z. B. für das Verschieben von Elektroschrott ins außereuropäische Ausland.

 
An Forschung, Industrie und Verbraucher

  • Bis 2020 sollte eine intelligente Steuerung des Energieverbrauchs in den Haushalten erfolgen. Die Nutzung der einzelnen Geräte sollte in Zeiten von günstigem Energieangebot erfolgen. Geräte sollten sich automatisch bei Nichtnutzung ausschalten (kein Stand-by-Verbrauch).
  • Alternative Beleuchtungselemente mit einem deutlich höheren Wirkungsgrad sollen entwickelt und sich bei den Verbrauchern als Beleuchtung bis 2020 durchgesetzt haben. Dabei ist wichtig, dass von dieser Beleuchtung keine negativen Gesundheits- und Umweltwirkungen ausgehen und die Entsorgung sicher ist.
  • Empfehlung an Forschung, Industrie und Verbraucher: Die Energieeffizienz der Geräte im Haushalt soll kontinuierlich verbessert werden.
  • Die Industrie sollte eine längere Lebensdauer der Produkte gewährleisten, beispielsweise durch Reparaturmöglichkeiten oder durch erleichtertes Upgrading (Nutzung des modularen Aufbaus).

Partner

Links

ZIRN BMBF

Zur Startseite

 
 Impressum | Disclaimer | Datenschutz