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Bereich Strom: Ziele, Einsparpotenziale und Empfehlungen


Zur Ausgangslage: In der Bundesrepublik Deutschland wurden in den vergangenen Jahren ca. 600 TWh elektrische Energie pro Jahr verbraucht. Dieser Verbrauch wurde im Jahr 2009 wie folgt gedeckt:

Braunkohle: 24,6 %
Kernenergie: 22,6 %
Steinkohle: 18,3 %
Erdgas: 12,9 %
Mineralöl: 2,1 %
Sonstige: 3,9%
Erneuerbare Energien: 15,6%

Darunter:
Wasser: 3,2%
Wind: 6,3%
Biomasse: 4,3%
Photovoltaik: 1,0%
Müll: 0,8%

Quelle: Statistisches Bundesamt; Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie; BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.; Statistik der Kohlenwirtschaft e.V.; AG Energiebilanzen e.V.

Die folgenden Ziele, Einsparpotenziale und Empfehlungen zum Strom beziehen sich auf den Zeitraum bis zum Jahr 2050.

Ziele


Als Ziele wurden in der Gruppe formuliert:

  • Deckung eines konstanten Stromverbrauchs im Jahre 2050, basierend auf der Annahme, dass neue Anwendungen (z. B. Elektromobilität) den Strombedarf tendenziell erhöhen werden
  • Deckung eines um 20 % geringeren Stromverbrauchs im Jahre 2050, basierend auf der Annahme, dass die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Zukunft die Wachstumsraten der Vergangenheit nicht wird halten können
  • Verfügbarkeit von Strom unter unseren vier Kriterien nach WUVS – Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit und Sozialverträglichkeit

 

Einsparpotenziale


Im Bereich der Stromerzeugung und -verteilung bestehen nur noch begrenzte Potenziale zur Erhöhung des Wirkungsgrades der Kraftwerke und von uns nicht näher bestimmbare Potenziale zur Verringerung der Netzverluste. Die Chancen zur Nutzung hängen in starkem Maße von der zukünftigen Entwicklung des Strompreises ab. Eine deutliche Steigerung des Gesamtwirkungsgrades bezogen auf die eingesetzten Primärenergieträger und eine Verringerung der Leitungsverluste wäre möglich durch eine verstärkte Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung.

Auf Seiten der Verbraucher sehen wir sowohl im Bereich der Privatverbraucher wie auch bei der Industrie und im Gewerbe nur begrenzte Sparpotenziale. Beispiele wären neue Beleuchtungstechniken und weitere Effizienzsteigerungen bei elektrischen Geräten.

Empfehlungen


An die Politik

  • Die erneuerbaren Energien sollen einen immer größeren Teil der zukünftigen Stromversorgung leisten. Für das Jahr 2050 sind mindestens 50% anzustreben. Die Aussagen hinsichtlich des maximal möglichen Anteils der erneuerbaren Energien von Wissenschaft und Industrie gehen auseinander, hier gibt es Klärungsbedarf.
  • In gewissem Umfang sind Subventionen für erneuerbare Energien auf dem Weg dahin sinnvoll und vertretbar. Die gegenwärtige Einspeisevergütung für photovoltaisch erzeugten Strom ist jedoch übertrieben und sollte überprüft werden.
  • Kohle- und Gaskraftwerke sollen auch im Jahr 2050 eine untergeordnete Rolle bei der Stromversorgung spielen. Die Nutzung von Abwärme ist wo immer möglich zu fördern.
  • Zur folgenden Empfehlung bestand Dissens: „Kernspaltung soll im Jahr 2050 keinen Beitrag mehr zur Stromversorgung leisten.“ Dieser Satz wurde von 9 Teilnehmern abgelehnt, 8 Teilnehmer stimmten ihm zu.
  • Ausbau der Forschung im Bereich Energieeinsparung und -versorgung: Es soll verstärkt im Bereich Energieeinsparungen geforscht werden, um den Energiebedarf zu reduzieren.
  • Zur folgenden Empfehlung bestand Dissens: „Schaffung der Rahmenbedingungen für weitere Projekte der großtechnischen Stromerzeugung.“ Diesem Satz stimmten 15 Teilnehmer zu, er wurde von 3 Teilnehmern abgelehnt.

 
An die Wirtschaft

  • In den Aufbau sogenannter Intelligenter Stromnetze (Smart Grids) ist massiv zu investieren.
  • Der Anschluss dezentraler Stromerzeugungsquellen ist zu erleichtern.


An die Forschung

  • Wir regen bei der Wissenschaft an, dass sie untersucht, wie energieautonome Regionen und Stadtteile nach WUVS entstehen können.
  • Weiterentwicklung der derzeitig verfügbaren Stromerzeugungstechnologien (Kohle, Gas, Wind, Photovoltaik, Geothermie)
  • Zur folgenden Empfehlung bestand Dissens: „Weitere Forschung zur Kernspaltung bis zum Jahr 2050.“ Diesem Satz stimmten 13 Teilnehmer zu, er wurde von 4 Teilnehmern abgelehnt.
  • Zur folgenden Empfehlung bestand Dissens: „Weitere Forschung zur Kernfusion bis zum Jahr 2050.“ Diesem Satz stimmten 14 Teilnehmer zu, er wurde von 4 Teilnehmern abgelehnt.


Zur Lagerproblematik von radioaktiven Abfällen

  • Die Teilnehmenden der Konsensuskonferenz sind tief betroffen und zugleich empört über das völlige Versagen von Politik, Wirtschaft und wissenschaftlicher Begleitung im Zusammenhang mit den bisher vollzogenen Maßnahmen zur Lagerung radioaktiver Abfälle auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.
  • Wir finden es unverantwortlich, den Atommüll lediglich zu stapeln. Forschung, Politik und Wirtschaft müssen umgehend dazu beitragen, dass das Problem der Endlagerung gelöst wird.
 

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