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Vorwort

Wie soll in Zukunft die Energie gewonnen werden, die Tag für Tag gebraucht wird zum Kochen, Heizen oder Fortbewegen, um Maschinen anzutreiben oder ganze Städte zu beleuchten? Mit modernen Kohle- oder Atomkraftwerken? Aus erneuerbaren Energien? Welche Rolle werden Erdwärme, Brennstoffzellen oder die Speicherung von CO2 spielen?

Bürgerinnen und Bürger aus Essen und Umgebung waren eingeladen, anlässlich der Konsensuskonferenz „Wie sieht die Energieversorgung der Zukunft in Deutschland aus?“ ihren ganz persönlichen Energiemix von morgen zu diskutieren. Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen der Energieforschung standen ihnen beratend zur Seite und diskutierten gemeinsam mit den 23 Teilnehmenden. So konnten die Wissenschaftler von den Alltagserfahrungen und subjektiven Meinungen der Bürger und Bürgerinnen lernen, während diese wiederum hautnah die neuesten Ergebnisse der Energieforschung erfuhren. Im Dialog mit den Wissenschaftlern entwarfen die Bürger und Bürgerinnen auf der Basis des aktuellen Wissens und ihrer Visionen eine eigene Energiezukunft.

Eine in sich stimmige, sachlich fundierte und den eigenen Wertvorstellungen entsprechende Zukunft der Energie zu entwickeln, erwies sich als eine große Herausforderung. Drei Wochenenden lang gab es hitzige Diskussionen und lebhafte Debatten um Thesen und Zukunftsvisionen entlang der vier Themenschwerpunkte Mobilität, Strom, Wärme und Kälte sowie Produkte, bis sich die Teilnehmenden am 7. Februar auf eine Reihe von konkreten Empfehlungen an Entscheidungsträger u. a. aus Wissenschaft und Politik einigten. Das nun vorliegende Bürgergutachten fasst die wichtigsten Ergebnisse der Konsensuskonferenz zusammen und zeigt auf, wie nach Meinung der Essener Bürgerinnen und Bürger die Energieversorgung in Deutschland zukünftig aussehen soll.

Die Konsensuskonferenz ist Teil von „Wissenschaft debattieren!“, einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Wissenschaft im Dialog (WiD) – der Initiative der deutschen Wissenschaft – und dem Forschungsinstitut ZIRN an der Universität Stuttgart. Die Projektpartner untersuchen dabei, mit welchen Mitteln und mithilfe welcher Veranstaltungsformate sich Bürger am besten am Diskurs über Forschungsthemen beteiligen können. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt lädt mit dem Slogan „Mitdenken, mitreden, mitgestalten“ interessierte Jugendliche und Erwachsene zu einem intensiven Austausch über wissenschaftliche Themen mit politischer Brisanz wie Energie und Gesundheitstechnik ein.

Die Essener Bürgerinnen und Bürger haben gezeigt, dass der Dialog zwischen Wissenschaft und Laien keine Einbahnstraße ist und beide Seiten davon profitieren können. Vor allem zeigt der Konsens, wie gut es den Teilnehmenden gelungen ist, die Präferenzen der ganzen Gruppe und das ihnen vermittelte Faktenwissen zu einem gemeinsamen substantiellen Urteil zu verbinden.

Wir möchten allen Mitwirkenden an diesem Bürgergutachten herzlich danken, dass sie Zeit und Energie in das Gelingen dieser Konferenz investiert haben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz spiegeln mit ihrem unterschiedlichen Hintergrund an Wissen, sozialer Herkunft, Alterserfahrung und Erlebnissen eine breite Palette der in der Gesellschaft vorfindbaren Positionen und Standpunkte wider. Die Urteilsbildung innerhalb der Konsensuskonferenz ist Ergebnis einer sorgfältigen und umfassenden Prüfung der Sachlage und einer gemeinsamen Reflexion über angestrebte Ziele und Mittel. Gerade weil dieses Gutachten aus der Mitte der Gesellschaft stammt, ist es ein wertvoller Beitrag zum Energiediskurs und kann zugleich als wichtige Handlungsorientierung für Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik dienen. Insbesondere in Essen als wichtigem Energiestandort für Industrie und Wirtschaft sowie Sitz großer Energieunternehmen ist das Thema der Energieversorgung der Zukunft von besonderer Bedeutung. Abschließend möchten wir Reinhard Paß, Oberbürgermeister der Stadt Essen, und Prof. Dr. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen, danken, dass sie sich bereit erklärt haben, die Schirmherrschaft über die Konsensuskonferenz zu übernehmen. Die Aufmerksamkeit, die die Konsensuskonferenz seitens der Bürgerinnen und Bürger, der Politik und der Forschung erfahren hat, zeigt das große Interesse am Thema Energie und macht Mut für eine erfolgreiche Weiterführung der Bürgerbeteiligung.


Dr. Herbert Münder               
Geschäftsführer Wissenschaft im Dialog

Prof. Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn

Leiter des Interdisziplinären Forschungsschwerpunkts Risiko und Nachhaltige Technikentwicklung am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung an der Universität Stuttgart (ZIRN)

 

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