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Lebhafte Tischdiskussionen bestimmten die Atmosphäre der 1. Karlsruher Bürgerkonferenz. Foto: Katja Machill/WiD

Rückblick „Wissenschaft debattieren!“ 2010

Rund 1000 Bürger und Wissenschaftler im Dialog zur Zukunft der Energie

Visionen, Ideen, konkrete Empfehlungen und klare Forderungen: Das sind die Ergebnisse der 19 Bürgerdialoge zum Thema Energie, zu denen Wissenschaft im Dialog und die Universität Stuttgart im Wissenschaftsjahr 2010 im Rahmen des Forschungsprojekts „Wissenschaft debattieren!“  deutschlandweit einluden. Diskutiert haben rund 400 Erwachsene und 400 Jugendliche mit 111 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

 

Wie Jugendliche und Erwachsene mit Experten ins Gespräch kamen

In dreitägigen Zukunftsworkshops entwarfen Jugendliche riesige schwimmende Solarmodule oder Schwimmbäder, die sich mit Biomasse beheizen lassen. An acht solchen Schülerforen beteiligten sich 46 Hauptschüler, 52 Realschüler, 94 Gymnasiasten und 11 Experten in  Essen, Magdeburg, Stuttgart und Karlsruhe. Auch Lehrer sind von der Art des Austausches begeistert. „Die Schüler haben hier viel mehr Freiheiten, sich persönlich und ihre Ideen einzubringen. Das ist im Schulalltag stark reglementiert“, sagt Dr. Ulrich Strobel, Mathe- und Physiklehrer am Stuttgarter Königin-Olga-Stift Gymnasium. Er hofft, dass das Schülerforum seinen Schülern auch bei der Berufswahl hilft.

 

„Wir jammern hier schon auf ganz schön auf hohem Niveau“, sagt Janine Koska, Medienwirtin aus Magdeburg. Sie ist eine von 15 Magdeburgern, die sich in einer Bürgerausstellung zur zukünftigen Energienutzung und -versorgung zu Wort meldeten. An der Podiumsdiskussion zur Ausstellung beteiligten sich drei Experten.

 

Wie viel CO2-Ausstoß haben eigentlich erneuerbare Energien? Das fragten Schüler des  Gutenberg-Gymnasiums in Bergheim und nahmen während des Junior Science Cafés gleich fünf Wissenschaftler auf einmal ins Kreuzverhör. Ein zweites Café zum Thema erneuerbare Energien veranstalteten Schüler in Berlin und luden einen Hochschulprofessor zu sich in die Schule ein.

 

Aus Bauchspeck Strom gewinnen, allen Produkten ein Gütesiegel Energie verpassen und einen Solarschirm über der Sahara aufspannen – mehr als 150 Ideen zu Energie, rund 650 Kommentare, jede Menge Originalität und eine „Superidee“: Mit diesem Ergebnis endete die Ideenplattform www.deine-idee-zu-energie.de, auf der acht Monate lang  mehr als 100 kreative Köpfe, darunter 23 Experten und Nachwuchswissenschaftler, ihre Ideen rund um das Thema Energie diskutierten.

 

14 Stunden debattieren, zuhören, abwägen, diskutieren und abstimmen: Ausdauer bewiesen insgesamt 289 Bürger aus Berlin, Karlsruhe und Essen während vier verschiedener Bürgerkonferenzen, auf denen sie in Gruppen von rund 40 bis 170 Personen mit fachlicher Unterstützung von 35 Experten die zukünftige Energienutzung und -versorgung in Deutschland unter die Lupe nahmen. Daraus hervor gingen drei Bürgererklärungen mit konkreten Visionen und Empfehlungen für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Die Karlsruher Bürger entwickelten zum Beispiel ein „intelligentes Haus“, das Energie sparen hilft: Es schaltet selbstständig das Licht aus, sorgt für Durchlüftung und wäscht die Wäsche dann, wenn von Kraftwerken viel Energie bereit gestellt wird und die Waschmaschine voll ist.

 

Gleich drei Wochenenden lang diskutierten 23 Essener Bürger auf einer Konsensuskonferenz zum Thema Energie und standen währenddessen im regen Austausch mit 14 Experten. Die Besonderheit: Die Visionen und Empfehlungen aus dem resultierenden Bürgergutachten beschlossen die Bürger im Konsens.

 

Weitere Maßnahmen zur Bindung und Speicherung von CO2 neben Carbon Capture and Storage erforschen! So lautete eine der insgesamt 44 Forderungen der Schüler, die vier Tage lang im Erfurter Landtag zum Thema Energie tagten. Insgesamt fanden zwei solcher Schülerparlamente in den Landtagen von Magdeburg und Erfurt mit rund 180 Jugendlichen und 19 Experten statt.

 

Der Dialog geht weiter

Um den Dialog zwischen Bürgern und Wissenschaft in Zukunft noch besser führen zu können, untersucht die Projektgruppe ZIRN der Universität derzeit die Wirkungsweisen und die Erfolgsfaktoren der Bürgerdialoge, die im Projekt „Wissenschaft debattieren!“ durchgeführt wurden.

 

Die Forschungsergebnisse fließen auch in die Leitfäden ein, die Wissenschaft im Dialog bis Mitte 2011 erstellt. Sie richten sich an Schüler, Lehrer und Wissenschaftler, die Junior Science Cafés, Schülerforen und Schülerparlamente an Schulen und Forschungseinrichtungen eigenständig durchführen wollen.  km

 

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