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Lebhafte Diskussionen und sehr unterschiedliche Meinungen bestimmten die Abschlussdebatte im Thüringer Landtag. Foto: Sandro Schott/WiD

Schülerparlament Erfurt

Hin zu erneuerbaren Energien

75 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis 2050, Wiederaufbereitung von Atommüll in Deutschland und die Erforschung weiterer Maßnahmen zur Bindung und Speicherung von CO2 neben „Carbon Capture and Storage“ – so lauten drei der insgesamt 44 Forderungen zu den Themen Energieerzeugung, -speicherung und -nutzung, auf die sich rund 90 Schülerinnen und Schüler am 17. September in der Abschlussdebatte des Erfurter Schülerparlaments einigten.

Die Themen des Schülerparlaments „Vom Bohrloch zur Steckdose: Die Energie der Zukunft“, das vom 14. bis 17. September unter Schirmherrschaft der Landtagspräsidentin Birgit Diezel im Thüringer Landtag stattfand, waren vielseitig. Die Nutzung fossiler Brennstoffe, die Zukunft der Kernkraft und der Einsatz erneuerbarer Energien werden ebenso diskutiert wie intelligente Speichertechnologien, klimaschonende Verkehrssysteme und gesellschaftspolitische Aspekte der Energieversorgung von morgen.

Mit fachlicher Unterstützung von Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft bereiteten sich die Oberstufenschüler aus Thüringen und Bayern in sieben verschiedenen Arbeitsgruppen auf die Abschlussdebatte im Plenarsaal des Thüringer Landtags vor. Die fünfstündige Debatte war geprägt durch lebhafte Diskussionen und sehr unterschiedliche Meinungen. Große Einigkeit herrschte jedoch über das langfristige Ziel. „Wir wollen alle hin zu den erneuerbaren Energien. Nur haben wir unterschiedliche Wege vorgeschlagen, dieses Ziel zu erreichen“, sagt Stephan Faber vom Christoph-Scheiner-Gymnasium in Ingolstadt.

Sein Lehrer Willi Plankl war von der Argumentationsfähigkeit seiner Schüler begeistert: „Ich war beeindruckt, wie schnell die Schüler den parlamentarischen Mechanismus angenommen haben und die Regeln akzeptierten. Das hat sie gezwungen, in ihrer Argumentation auf den Punkt zu kommen und den vorgegebenen Rahmen einzuhalten.“

Erstmalig in einem Schülerparlament des Projekts „Wissenschaft debattieren!“ hatten auch die begleitenden Lehrer die Möglichkeit, die Methoden sowie den Ablauf der Gruppenarbeit und der Debatte selbst kennenzulernen. Die sechs Lehrer bildeten eine eigene Arbeitsgruppe und diskutierten die Frage, wie junge Menschen heute für die Lösung der Energieprobleme des 21. Jahrhunderts fit gemacht werden können.

In einer Probedebatte mussten sie ihre erarbeitenden Thesen vor den Schülern verteidigen – eine ungewohnte Situation. „Uns war bewusst, dass unsere Thesen noch nicht ausgereift waren. Aber wir wollten die Dinge im Kern ansprechen und so einen Anstoß geben“, sagt Willi Plankl. Das gelang nicht immer. Besonders vehement lehnten die Schüler die Forderung ab, an Schulen regelmäßig Veranstaltungen zur Energieproblematik speziell für Eltern anzubieten. „Schüler hören es natürlich nicht gerne, dass die Eltern einbezogen werden sollen. Da fühlen wir uns übergangen“, sagt Stephan Faber.

In dem Forschungsprojekt „Wissenschaft debattieren!“ richtete Wissenschaft im Dialog  in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart 2009 und 2010 insgesamt vier Schülerparlamente aus. Ziel ist es, das wissenschaftliche Verständnis der Jugendlichen zu fördern und sie in einen intensiven Austausch mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zu bringen. Die Schüler diskutieren in Arbeitsgruppen eine Fragestellung zu einem gesellschaftlich relevanten Thema, befragen Experten zu den wissenschaftlichen Hintergründen und verabschieden ihre Thesen und Forderungen in einer parlamentarischen Debatte im Plenarsaal eines Landtags. In dieser Parlamentssimulation nehmen die Jugendlichen die Rolle von Abgeordneten ein und erfahren so, wie demokratische Entscheidungsprozesse funktionieren. kma

 

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Schülerparlament
Vom Bohrloch zur Steckdose: Die Energie der Zukunft
14.-17. September 2010
Landtag von Thüringen
Erfurt

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